Staatstheater Augsburg

Solo [Folge 1]

Eine interaktive Inszenierung für virtuelle Realitäten von Sebastian Klauke
Premiere am 24. November 2021 in der Digitalsparte des Staatstheater Augsburg

In nicht allzu ferner Zukunft: Die explosive Mischung aus Ressourcenknappheit, Überbevölkerung und allumfassender Digitalisierung hat die Politik zu dem innovativen Projekt des »Bundesisolationsjahrs« inspiriert, das die Golden Mind Inc. zu einer profitablen Geschäftsidee weiterentwickelt hat. Jedes Jahr zieht sich ein Teil der Weltbevölkerung aus dem öffentlichen Leben zurück und verbringt 12 Monate völlig isoliert in von Golden Mind designten virtuellen Realitäten. Durch den zeitweisen Verzicht der Wenigen wird Konsum und Wachstum für die Vielen möglich, ohne dabei die Erde zu zerstören.

Eines Tages taucht im vollverglasten Hochhaus-Büro der Konzernchefin ein Attentäter auf. Diese kann sich gegen den jungen Mann jedoch zur Wehr setzen und den Anschlag auf ihr Leben vereiteln. Noch bevor der Täter festgenommen werden kann, springt er aus dem Fenster. Was ist passiert?!

Das herauszufinden obliegt in der interaktiven VR-Inszenierung »Solo« dem Publikum. Die Zuschauenden können in einem Hybrid aus Serie und Game den Fortgang der Handlung selbst bestimmen: Sie nehmen Befragungen der Verdächtigen vor und beeinflussen durch Ihre Entscheidungen den weiteren Verlauf der Handlung. Wen befragen Sie zuerst – die abgebrühte Konzernchefin, den stets bemühten Wachmann oder den zwielichtigen Assistenten? Finden Sie alle Indizien? Und können Sie die Hintergründe des seltsamen Anschlags aufklären?

Je nachdem, welcher Ermittlungsweg gewählt wird, unterscheiden sich die Spielabläufe. Und am Schluss wartet eines von drei Enden auf die Spieler:innen. Welches werden Sie erleben?

Zum ersten Mal schöpft die digitale Sparte des Staatstheater Augsburg damit das interaktive narrative Potential der VR-Technik aus.

Besetzung

Bühnen- & Kostümbild
Amelie Seeger
Video
David Ortmann
Dramaturgie
Kathrin Mergel
mit
Elif Esmen, Anatol Käbisch, Julius Kuhn, Paul Langemann, Roman Pertl & Karoline Stegemann
»Solo ist ein beeindruckendes VR-Experiment, das Nutzer:innen erstmals dazu bringt, ein 360-Grad-Stück mehrfach anzuschauen. [...] Vereinzelt gibt es technische Unzulänglichkeiten. Als Pionierarbeit ist ›Solo‹ aber ein Schritt in die Zukunft und wir sehen hoffentlich künftig weitere interaktive Theaterstücke, Serien oder Filme in VR. [...] Die große Leistung von ›Solo‹ ist es, Theater interaktiv zu machen. Virtual Reality bietet dafür die perfekte Technologie: Theater trifft hier Videospiel und macht mich zum Hauptcharakter. Solche gelungenen Experimente und Weiterentwicklungen lassen großes für die Zukunft hoffen, was die Evolution von Kulturveranstaltungen angeht. [...] Ich kann ›Solo‹ wärmstens empfehlen, wenn ihr sehen wollt, wie Theater sich nicht nur technisch weiterentwickelt und auch in Pandemiezeiten seinen wichtigen Stellenwert im Kulturangebot behält.«
Benjamin Danneberg, mixed.de vom 28. November 2021 — Zur Rezension
» 2 weitere Pressestimmen
»Etwa 45 Minuten dauert das Ganze, Verhör schließt sich an Verhör, ein ›Tatort‹ im reduzierten VR-Theater-Format. Irgendwann endet der erste Teil, natürlich mit einem Cliffhanger, im März 2022 soll es mit Teil zwei weitergehen. ›Solo – Folge 1‹ ist in der VR-Version eine hübsche Unterhaltung, solange es draußen, in der realen Welt, immer weniger zu ermitteln gibt.«
Yvonne Poppek, Süddeutsche Zeitung vom 25. November 2021 — Zur Rezension
»Nach fünf Minuten während der Premiere von ›Solo – Folge 1‹ ist klar: Man schaut nicht nur durchs Schlüsselloch auf das Drama, man ist selbst Teil der Handlung. Wie im Online-Gaming erhält man Entscheidungsgewalt über Verhöre und Handlungen. [...] Das Gefühl, mitten drin zu sein, ist real. Hinzu kommen die interaktiven Schriftzüge im Bild als Auswahloptionen für den Betrachter. Das nächste Verhör, die Folgefrage oder auf Fragen der Kollegin Decker zu antworten, vertieft sich nach und nach zur Illusion, das Geschehen auf der Bühne mit zu lenken, selbst Macht zu haben über das Böse in einer spannenden Ermittlung mit Science-Fiction-Ambiente.«
Stefanie Schoene, Augsburger Allgemeine vom 26. November 2021 — Zur Rezension

Fotos: Jan-Pieter Fuhr