Das Leben der Anderen
Hauptmann Gerd Wiesler überwachte einst auf einem leeren Dachboden den Schriftsteller Georg Dreyman und dessen Frau Christa Sieland, erste Schauspielerin der DDR. Doch was als Jagd auf die Feinde des Sozialismus begann, entpuppte sich für Wiesler als böses Spiel eines Ministers, der eine Schauspielerin begehrte. Wiesler geriet zwischen die Fronten seiner eigenen Gefühle. Des »Abhörers« Liebe zum Kommunismus wurde von bisher ungekannten Gefühlen verdrängt. Die Schauspielerin entkam scheinbar dem System von Abhängigkeit, Verrat und Bespitzelung, doch zurück blieben drei betrogene Betrüger, drei sehr einsame Männer - alle kreisen, ob tot oder lebendig, noch immer umeinander!
Albert Ostermaiers Bühnenfassung ist nicht der Film, ist keine Verpflanzung des Kinos auf die Bühne. es ist ein wortreiches Abhörspiel, in dem die Zweifel und Überzeugungen, Gefühle und Abgründe von vier Menschen noch einmal hörbar werden. und noch immer sind weder Erlösung noch Vergessen in Sicht. Tod und Liebe sind die Motive, die sich durch dieses Leben, das Denken, Handeln von Anderen und uns so ähnlichen Menschen zog und zieht; Liebe und Tod heißen die Klammern um eine Geschichte von vier Menschen, die Opfer und Täter sind, als Teil eines Systems und diesem zugleich gnadenlos ausgeliefert.
Besetzung
»Er hat die Gabe des ›Gehörs‹, vergisst nicht, was ihm zu Ohren kam. Am Anfang ist das stolzeste Talentpose, am Ende bittere Einflüsterung des plagenden Gewissens. Starker Moment, Botschaft einer Kreatur: Du wirst eingeholt werden von deiner Schuld.«Hans-Dieter Schütt, Neues Deutschland vom 14. März 2011 — Zur Rezension
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»Drei Dinge muss man hervorheben an diesem Theaterabend […]: Die Idee, den Filmstoff des Kinoerfolgs […] auf die Bühne zu bringen. Der junge Regisseur David Ortmann hat es gewagt und zur Premiere am Freitag viel Beifall erhalten. Ferner verdient die Bühne (Ausstattung: Nicole Bergmann) selber Lob, die ›Das Leben der Anderen‹ in drei aneinander grenzenden, zellenartigen Räume zeigt. […] Und drittens ist der Ernst, mit dem das kleine Ensemble zu Werke geht, aller Ehren wert.«Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung vom 14. März 2011
»Alles in allem eine gelungene Inszenierung mit Anspruch an ein mitdenkendes Publikum.«Helmut Rohm, Volksstimme vom 30. September 2011
Fotos: Claudia Heysel